2005: Zur Einführung des e-Pass im Amt

Ab 1. November 2005 wurde der e-Pass, der elektronische Reisepass, bundesweit eingeführt, so auch im Amt Bad Doberan Land. Die OZ sprach dazu mit Sachbearbeiterin Sibylle Taugerbeck:

OZ: Erwarten Sie einen Run der Bürger, die einen neuen Pass erhaschen wollen?

Taugerbeck: Eher nicht. Viele Einwohner kamen in den letzten Wochen noch zu uns, um einen Pass nach alten Kriterien zu beantragen. Ohne Fingerabdrücke. Die behalten zehn Jahre Gültigkeit. Wer am und nach dem 1. November kommt, erhält den neuen Pass.

OZ: Was ist anders?

Taugerbeck: Der elektronische Reisepass enthält vorne einen Chip. Dort sind Daten gespeichert, wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht und Staatsang-hörigkeit. Biometrische Fakten wie das Passfoto und zwei Fingerabdrücke sind ebenfalls integriert.

OZ: Wie lange ist das Dokument gültig und was kostet es?

Taugerbeck: Zehn Jahre für Personen ab 24 Jahren. Sie zahlen 59 Euro. 37,50 Euro müssen Bürger unter 24 aufbringen. Ihr Pass läuft nach sechs Jahren ab.

OZ: Werden in Umlauf befindliche Dokumente mit Fingerabdrücken nachgerüstet?

Taugerbeck: Nein. Wichtig auch, die Fingerabdrücke werden nicht bei uns gespeichert.

OZ: Wer darf den Chip auslesen?

Taugerbeck: Zur Überprüfung der Echtheit des Dokuments und der Identität des Inhabers dürfen nur Polizei, Zoll, Personalausweis- und Meldebehörden die Fingerabdrücke einiesen. Die Erstellung des e-Passes dauert im Schnitt drei bis vier Wochen.

OZ: Werden Fingerabdrücke auch von Kindern genommen?

Taugerbeck: Ab 1. November gilt: Ein e-Pass mit Fingerabdrücken wird im Regelfall für Jugendliche ab zwölf ausgestellt. Nur auf Wunsch der Eltern erhält ein Kind diesen besonderen Pass. Jedoch: Bei Kindern unter sechs werden keine Fingerabdrücke benötigt.

OZ: Sind Sie mit spezieller Software ausgerüstet?

Taugerbeck: Wir haben ein neues Gerät zur Abnahme der Fingerabdrücke. Auch spezielle Tücher zum Entfernen der Farbe sind da.

OZ: Warum der ganze Aufwand?

Taugerbeck: Ganz einfach, der Aufwand wird betrieben, um die Identitätsüberprüfung von Reisenden zu verbessern. Terroristen oder Kriminellen soll es nicht gelingen, mit gefälschten oder gestohlenen Papieren einzureisen.

OZ: Wie hoch ist die Zahl der Dokumente, die sie im Amt ausgestellt haben?

Taugerbeck: Seit November 1997 gibt es die Meldestelle im Amt Doberan-Land. Damals lebten 8521 Bürger in den neun Gemeinden, heute sind es 11 512 Einwohner. In den letzten zehn Jahren haben wir insgesamt 6086 Personalausweise, 2872 Reisepässe und 873 Kinderpässe ausgestellt.