2001: Zukunft der Amtsschule Rethwisch

Zu Beginn des Jahres 2001 wurde ein erheblicher Sanierungsbedarf für die Schule in Rethwisch festgestell. Die Schätzungen zur Herstellung eines ordentlichen Bauzstandes beliefen sich auf ca. 4,5 Millionen DM.

Da die Gemeinde Börgerende-Rethwisch die Sanierungskosten nicht alleine stemmen konnte, wurde die Realschule Rethwisch im Dezember 2000 zur Amtsschule umgewidmet. Damit übernahm das Amt alle Kosten und Erlöse. Diese wurden per Umlage auf die drei schulbeschickenden Gemeinden (Börgerende-Rethwisch, Admannshagen-Bargeshagen und Ostseebad Nienhagen) aufgeteilt. Entscheidungsgremium für alle Belange der Amtsschule wurde der Amtsausschuss.

Am 12. Februar 2001 tagten die Amtsausschussmitglieder der schulbeschickenden Gemeinden erstmalig um über die Zukunft des Schulstandortes Rethwisch zu beraten. Dieser Teilausschuss wurde später Kleiner Amtsausschuss genannt.

Gäste der Sitzung waren: Herr Polzin, Bürgermeister der Stadt Bad Doberan; Herr Kukla, Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Bad Doberan; Herr Becker vom Schulamt des Landkreises Bad Doberan; Frau Piontke, Schulleiterin der Amtsschule sowie Frau Heinz als Elternvertreterin und die Schülersprecherin der Schule. Den Gästen wurde per Abstimmung ermöglicht, sich an der Diskussion zu beteiligen.

Zu beschließen war:

  • Der Grundschulteil wird weitergeführt.
  • Der Realschulteil wird mit dem Ende des Schuljahres 2000/2001 geschlossen, die Beschulung aller Realschulklassen erfolgt in Bad Doberan.
  • Gegebenenfalls ist eine Schließung erst nach dem Schuljahr 2001/2002 zu vertreten.
  • Für den Grundschulteil sollte der sog. Schulneubau umfassend saniert werden.

Sachverhalt:
Entsprechend der Verordnung über die Schulentwicklungsplanung in Mecklenburg-Vorpommern (Schulentwicklungsplanungsverordnung – SEPVO M-V) vom 04.10.2000 müssen die Klassenstufen an den weiterführenden Schulen mehrzügig angelegt sein. Nur unter ganz bestimmten, eng begrenzten Bedingungen ist eine vorübergehende Einzügigkeit möglich.

Gegenwärtig ist die Schülerzahlentwicklung negativ, in etwa 5 bis 6 Jahren wird eine Stabilisierung und ein leichter Aufwärtstrend erwartet. Dieses bedeutet, dass bereits im Grundschul-bereich eine Zweizügigkeit in den Klassenstufen nicht durchgängig gegeben ist. Unter Berücksichtigung, dass zwischen 35 % und 50 % der Grundschüler als weiterführende Schule das Gymnasium wählen, ist die Mindestanforderung der Zweizügigkeit an der Realschule im überschaubaren Zeitraum nicht mehr gegeben. Ein weiterer Grund den Realschulteil an der Realschule Rethwisch kurzfristig zu schließen ist der hohe Sanierungsbedarf (4,5 Mill.DM) an dieser Schule. Angesichts der Forderungen aus der Schulentwicklungsplanungsverordnung und der Schülerzahlentwicklung ist die Totalsanierung des Schulkomplexes Rethwisch ökonomisch nicht sinnvoll.

Der Schülerrat, der Elternrat und die Lehrerschaft steht einer Schließung des Realschulstandortes entgegen. Als Gründe für den Erhalt des Standortes werden u.a. das gute Klima, der Umgang Lehrer mit den Schülern, die Klassenstärke und die damit verbundenen guten Lehr- und Lernbedingungen angegeben. Der Sanierungsbedarf wird in diesem Umfang nicht anerkannt. Es besteht die Meinung, dass gewisse Schönheitsreparaturen bzw. malermäßige Instandsetzung ausreichend wäre. Ebenso wird nicht ernsthaft berücksichtigt, dass das Schulamt bei Einzügigkeit der Realschulklassen keine Lehrerzuweisung vornimmt.

Ausgiebig wurde über die verschiedenen Perspektivmöglichkeiten für den Schulstandort diskutiert. Zu einem Ergebnis kam das Gremium an dem Abend jedoch nicht. Es wurde lediglich beschlossen, die Problematik in den Gemeindevertretungen zu diskutieren und auf der nächsten Sitzung über die Weiterentwicklung der Schule abzustimmen.

Auf der Amtsausschusssitzung am 23. April 2001 wurde der Beschluss zur Schließung der Realschule und Fortführung als Grundschule mehrheitlich abgelehnt.

Neben einigen Spezialschulen gab es 2001 folgende Möglichkeiten zur Schulentwicklung:

klicken für eine größere Ansicht!

Als Entscheidungshilfe wurde den Ausschussmitgliedern verschieden Prognose-Rechnungen zur Entwicklung der Schülerzahlen zur Kenntnis gegeben:

Durch das Architenbüro Mansfeld aus Rostock wurde ein Plan erarbietet, wie der Schulcampus nach einer Sanierung aussehen könnte: