1997: Verordnung für Hundehalter

Der Amtsausschuss beschloss am 17. Dezember 1996 die Inkraftsetzung einer Amtsverordnung über das Halten und Führen von Hunden in den amtsangehörigen Gemeinden.

Verordnung über das Halten und Führen von Hunden (Hunde-VO) von 1996


Aufgrund des § 17 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 3 des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes vom 04.08.1992 (GVOBI. MV S. 498) verordnet der Amtsvorsteher des Amtes Bad Doberan-Land mit den Gemeinden Admannshagen-Bargeshagen, Bartenshagen-Parkentin, Börgerende-Rethwisch, Hohenfelde, Nienhagen, Reddelich, Retschow, Steffenshagen, Wittenbeck:

§1 Führen von Hunden, Leinenzwang
  1. Wer Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums führt, muß körperlich und geistig die Gewähr bieten, jederzeit den Hund so beaufsichtigen zu können, daß Menschen, Tiere oder Sachen nicht gefährdet werden.
  2. Es ist verboten, Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums frei laufen zu lassen.
  3. Außerhalb des befriedeten Besitztums müssen Hunde ein Halsband mit Namen und Anschrift des Hundehalters tragen, sofern nicht das Tragen einer Steuermarke vorgeschrieben ist.
  4. Läufige Hündinnen sowie Hunde, die bei Umzügen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften und Einkaufszentren mitgenommen werden, sind an der Leine zu führen. Der Leinenzwang besteht weiterhin auf Friedhöfen, Sportanlagen und Kinderspielplätzen.
§2 Gefährliche Hunde

Als gefährlich gelten Hunde, die:

  1. sich als bissig erwiesen haben,
  2. zum Hetzen oder Reißen von Wild oder Vieh neigen,
  3. in gefahrdrohender Weise Menschen oder Tiere anspringen oder
  4. zu besonders aggressivem Verhalten gezüchtet oder abgerichtet worden sind oder zu diesem Verhalten neigen oder wegen ihrer körperlichen Beschaffenheit schwere Verletzungen verursachen können.
§3 Halten und Führen gefährlicher Hunde
  1. Gefährliche Hunde sind in sicherem Gewahrsam zu halten.
  2. Für gefährliche Hunde besteht über die Festlegungen des § 1 Abs. 4 hinaus außerhalb des befriedeten Besitztums Leinenzwang. Die Leine darf höchsten zwei Meter lang sein.
  3. Wer einen bissigen Hund außerhalb des befriedeten Besitztums führt, hat diesem einen Maulkorb anzulegen.
  4. Personen, die gefährliche Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums führen, müssen dazu körperlich und geistig in der Lage sein. Eine Person darf nicht gleichzeitig mehrere gefährliche Hunde führen.
§ 4 Untersagung der Haltung gefährlicher Hunde
  1. Die örtliche Ordnungsbehörde kann das Halten eines gefährlichen Hundes untersagen, wenn die Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß durch die Haltung eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Mensch und Tier besteht. Dies ist insbesondere anzunehmen, wenn der Hund von einer Person gehalten wird, die gemäß Abs. 2 nicht die erforderliche Zuverlässigkeit für den Umgang mit Hunden besitzt.
  2. Die erforderliche Zuverlässigkeit für den Umgang mit gefährlichen Hunden besitzen in der Regel nicht, die wegen vorsätzlichen Angriffs auf das Leben oder die Gesundheit, Vergewaltigung, Zuhälterei, Land- und Hausfriedensbruch, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz, dem Bundesjagdgesetz, dem Waffengesetz, dem Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen oder dem Sprengstoffgesetz rechtskräftig verurteilt worden sind, wenn seit dem Eintritt der Rechtskraft der letzten Verurteilung fünf Jahre noch nicht verstrichen sind.
§ 5 Ausnahmen
  1. Diese Verordnung gilt nicht für Diensthunde von Behörden von Behörden und Such- und Rettungshunde, soweit der bestimmungsgemäße Einsatz dies erfordert.
  2. § 1 Abs. 2 und 3 gilt nicht für Hirtenhunde beim Hüten und Jagdhunde bei ihrer jagdlichen Verwendung
  3. Die örtliche Ordnungsbehörde kann Ausnahmen von § 1 Abs. 1 und 2 sowie § 3 Abs. 4 Satz 1 zulassen, wenn im Einzelfall eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht zu befürchten ist.
§6 Ordnungswidrigkeit
  1. Ordnungswidrig im Sinne von § 19 Abs. 1 des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig, entgegen § 1 Hunde führt oder als Besitzer eines Hundes duldet, daß dieser sich ohne Halsband außerhalb des befriedeten Besitztums aufhält, entgegen § 3 Hunde hält oder führt oder trotz behördlicher Untersagungsverfügung gemäß § 4 Abs. 1 einen gefährlichen Hund im Sinne des § 2 hält.
  2. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Deutsche Mark geahndet werden.
  3. Verwaltungsbehörde für die Verfolgung und Ahndung von Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung ist der Amtsvorsteher des Amtes Bad Doberan-Land als örtliche Ordnungsbehörde.
§7 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündigung in Kraft.